Bitte ausloggen

Warum sollte ich mich immer ausloggen? Könnte ich nicht einfach das Fenster schließen oder eine neue Seite aufrufen? Ohne mein Passwort kann niemand meinen Browser starten. Es sieht also so aus, als könnte niemand den Zustand missbrauchen, dass ich bei meiner Bank den Logout Button nicht verwendet habe. Natürlich sieht die Realität anders aus.
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Netzwerkbildung in Unternehmen

Warum ein einfacher Angestellter wichtiger sein kann als der Vorstandsvorsitzende.
Peter Kruse ist Professor für Allgemeine und Organisationspsychologie, beschäftigt sich als Wissenschaftler mit der Erforschung von Komplexitätsverarbeitung in intelligenten Netzwerken und berät Unternehmen bei der Anwendung von Selbstorganisationskonzepten im unternehmerischen Umfeld.
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enterprise 2.0 in zwei Minuten

Der Begriff “enterprise 2.0” steht für die Anwendung interaktiver und kollaborativer Software nach dem Vorbild des Web 2.0 auf Unternehmens-Ebene. Das Schlagwort “enterprise 2.0” wurde 2006 von dem Harvard Ökonomen Andrew McAfee eingeführt, in den folgenden Jahren hat sich diese Bezeichnung weiter verbreiten können, von einem etablierten Begriff kann aber noch nicht gesprochen werden. Aktuell existieren in weitgehend synonymer Verwendung Begriffe wie “Enterprise Social Software”, “Enterprise Web 2.0”, “Web 2.0 im Unternehmen” oder “Intranet 2.0”.

Viele Firmen tätigen heute Schritte in Richtung enterprise 2.0 indem sie zum Beispiel ein Wiki zum Austausch von Firmen-Knowhow oder ein Mitarbeiter-Forum für den Betriebsrat einrichten. Unternehmen, die enterprise 2.0 bereits weiter umgesetzt haben, nutzen Technologien wie Instant Messaging, Blogs für Produkt-Kampagnen, Wikis in der Projektplanung, Profilseiten und Networking-Funktionen, Wikis und Blogs zur Sammlung des Firmenwissens sowie Austauschplattformen für Dokumente und Bookmarks.

Beim Aufbau eines enterprise 2.0 ist es grundsätzlich empfehlenswert den Fokus nicht zu eng auf die einzelnen Anwendungen und Software-Kommponenten zu richten. Es gilt Prozesse im Unternehmen zu identifizieren, die durch den Einsatz von enterprise 2.0 Technologien unterstützt oder optimiert werden können. So leistet Enterprise 2.0 heute bereits hervorragende Dienste, wenn es darum geht die Anzahl der E-Mails zu verringern, niedrigschwellige Kommunikation zu ermöglichen, Nischenwissen zugänglich zu machen, die Vernetzung der Mitarbeiter auszuweiten (weak ties), Kunden einzubeziehen, dokumentenlastige Kommunikation auf Plattformen zu bündeln oder etwa die Informationskontinuität auf Schicht- oder Teilzeitarbeitsplätzen zu optimieren.

Das Experimentieren mit einzelnen Social-Software Anwendungen wie z.B. Wikis oder Blogs ist heute sehr verbreitet, es ist jedoch nur dann zielführend, wenn es einer umfassenden Strategie folgt. Werden die Anwendungen isoliert und ungeplant eingesetzt, tritt nach einer kurzen Phase hoher Erwartungen zumeist mittelfristig Ernüchterung ein und das vormals hochgelobte Firmenwiki wird zu einer Nischenanwendung ohne Alltagsbezug. Einzelne Social-Software-Komponenten sollten stets in ihrer Funktion als Werkzeuge in einem komplexen Kommunikationssystem wahrgenommen werden. Grundsätzlich erfordern weitreichende Eingriffe in die Firmenkommunikation eine strategische Planung in mittel- bis langfristigen Zeitrahmen.

Anwendungen wie Wikis, Blogs oder Foren sind ursprünglich für das Internet entwickelt worden. Es sind Lösungen, die vom Bedürfnis nach neuen Wegen der Kommunikation, des Austauschs und der Unterhaltung motiviert sind. Im Kontext eines Unternehmens werden sich nur Anwendungen behaupten können, die Geschäftsprozesse sinnvoll unterstützen, die zur Verbesserung der Kommunikation beitragen oder auf andere Weise die Wertschöpfung erhöhen. Enterprise 2.0 befindet sich heute im Anfangsstadium, nachdem sich die überzogenen Erwartungen an eine Revolution der Zusammenarbeit und Kommunikation im Unternehmen gelegt haben steht enterprise 2.0 heute für einen Reformprozess mit erstklassigem Potential.

Wissensspeicher Intranet

Intranet gleich Telefonverzeichnis plus Kantinenplan plus Dokumentendschungel? Für die Mehrzahl der Firmennetze gilt diese Formel auch heute noch. Nur in wenigen Fällen ist das Intranet bereits zu einer festen Instanz des Managements von Kontakten, Dokumenten, Kommunikationsströmen und Fachwissen geworden. Aufgrund der technischen Verwandtschaft mit dem Internet haben zwar auch neuere, so genannte Web 2.0 Techniken, ihren Einzug in die Firmennetze gefunden. Insbesondere die Firmen-Wiki´s haben sich recht schnell verbreiten können, doch nach anfänglicher Euphorie ist in vielen Firmen wieder Ernüchterung eingekehrt. Der Einsatz moderner Technologien allein ist jedoch kein Garant für eine effiziente Wissensvermittlung im Unternehmen. Im Folgenden sollen einige Herausforderungen des Wissensmanagements im Firmennetz vorgestellt und ein Beitrag zu deren Überwindung aufgezeigt werden.

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