Wie Corporate-Blogs funktionieren – Teil 2

Was unterscheidet ein Blog von den üblichen Unternehmens-Nachrichten oder Informationen im Bereich „Aktuelles“ auf einer Firmen-Website?

Die weitgehend synonyme Verwendung der Begriffe “Blog”, “Weblog” und “Online-Tagebuch” liefert den entscheidenden Hinweis: Hier geht es um die persönliche Sichtweise des Autors! Ein Blog anonym in einen Webauftritt einzubinden halte ich für einen Fehler. Dort, wo die Bezeichnung „Blog“ oder „Corporate Blog“ auftaucht, erwarte ich ein Foto oder zumindest den Namen des Autors.

Frage: Wie persönlich darf die persönliche Sichtweise in einem Corporate-Bog sein?  Zunächst einmal sollte zwischen privat und persönlich unterschieden werden. Private Dinge sind in Corporate-Blogs eher deplatziert und wirken schnell anbiedernd. Die eigene Interpretation von Unternehmens-Vorgängen oder der Branchen-Ereignissen  ist das, was ein Blog lesenswert macht. Allzu stark polarisierende Themen sollten vermieden werden. Ebenso ungeeignet ist eine scheinbar kritische Haltung gegenüber dem eigenen Unternehmen. Corporate-Blog-Leser erwarten keine Neutralität sehr wohl aber Authentizität.

Wer im Unternehmen sollte bloggen? Zunächst einmal sind Einzel- und Mehrpersonen-Blogs zu unterscheiden. Der klassische CEO-Blog ist eine One-Man-Show, hier bloggt der Geschäftsführer, der Marketing-Chef oder ein Vorzeige-Denker des Unternehmens. Dem gegenüber stehen Mitarbeiter-Blogs, die sowohl als Einzel-Blog wie auch als Gemeinschafts-Blog eingesetzt werden.

Abbildung der Daimler Blog Website

Beispiel für ein hervorragendes Experten-Blog: Walters Web Winkel

Grundsätzlich bietet ein Einzel-Blog mehr Möglichkeiten komplexe Inhalte zu vermitteln und ein Vertrauensverhältnis zum Leser aufzubauen. Ein Mitarbeiter-Blog bietet sich an, wenn eine breite Themenpalette geboten werden soll und eine Öffnung des Unternehmensalltags gegenüber den Lesern angestrebt wird. Kombinationen von Einzel-Blog und Gemeinschafts-Blog sind nicht empfehlenswert, damit wird eine Zwei-Klassen-Gesellschaft kommuniziert. Entweder bloggt jeder für sich oder alle bloggen gemeinsam.

Die Kunst des erfolgreichen Bloggens aus dem Unternehmen besteht darin, dem Leser eine neuartige Sichtweise oder eine exklusive Informationen aus Firma oder Branche zu bieten.

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Beispiel für ein exzellentes Mitarbeiter-Blog: Das Daimler-Blog

Seit Jahren führt Jonathan Schwarz, CEO von SUN-Microsystems, ein Blog von höchster Qualität und Popularität.  Am „Jonathan´s Blog“ lässt sich sehr gut eine aktuelle Tendenz in CEO-Blogs erkennen: Die Verwendung von Videos als Ergänzung zu den einzelnen Beiträgen.

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„Jonathan´s Blog“

Nächste Woche erscheint Teil 3 dieser Serie – Thema: „Disziplin und Ressourcen“

Wie Corporate-Blogs funktionieren – Teil 1

In den letzen Monaten haben Unternehmen bei uns verstärkt Bloginstallationen und Möglichkeiten zur Kommentierung eigener Artikel auf Webseiten nachgefragt. Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung sind Kommunikations- und Unternehmensberatungen, die ihren Kunden die Einführung von Corporate-Blogs empfehlen.

Zitat aus dem Empfehlungsschreiben für einen Krankenhausbetreiber:

„Durch einen Blog auf der Internetseite, in dem regelmäßig über aktuelle Geschehnisse in Ihrem Haus berichtet wird, ermöglicht man es Besuchern einen Einblick in Ihren Klinikalltag zu erhalten“

Und weiter:

„Ein derartiger Blog kann als Öffnung des Hauses gegenüber Patienten und Einweiser gesehen werden…“

Das Zitat bringt die wesentlichen Charakteristika eins Corporate-Blog auf den Punkt: Regelmäßigkeit und Öffnung. Regelmäßig erscheinende Beiträge sind eine Voraussetzung für ein funktionierendes Blog. Die Öffnung wird durch die Möglichkeit erreicht, die einzelnen Beiträge des Blogs zu kommentieren. Hier kann ein äußerst wertvoller Rückkanal vom Kunden zum Unternehmen entstehen. Allerdings: Blogs sind ein ganzes Stück Arbeit!

Ohne ein ausgefeiltes Kommunikations-Konzept, eine saubere Ressourcenplanung und eine klare Strategie wird ein Blog dem Unternehmen mehr Schaden als Gewinn einfahren. Blogs sind vor allem das nicht: Ein weiterer Marketing-Kanal über den man ungestraft leicht getarnte Werbebotschaften absetzen kann.

Im Falle des Krankenhausbetreibers könnte etwa Folgendes passieren: Die Presseabteilung widmet sich im ersten Blogbeitrag einem scheinbar unverfänglichen Thema. Sie verfasst einen Bericht über den neuen, ganz nach Feng-Shui-Richtlinien gestalteten Wartebereich für Patienten.

In den Kommentaren könnte dann folgendes zu lesen sein: „Toller Wartebereich, aber ich musste gestern drei Stunden in der Notaufnahme Ihrer Klinik warten!“ oder „Meine Tante ist bei einer CT-Untersuchung über ein Kabel schwer gestürzt! Kümmern Sie sich besser darum.“

Was ist passiert? Ganz einfach, die „Wucht“ der Offenheit wurde unterschätzt. Vielleicht war der Kundendialog des Krankenhausbetreibers bisher restriktiv und nun wurde das Blog zum Ventil? Wie geht man mit solcher Kritik um? Wann sollten Kommentare freigeschaltet werden und wann ist es besser die Notbremse zu ziehen? Passt ein Blog überhaupt in den Kontext der externen Unternehmenskommunikation?

In dieser Blogsequenz werde ich wöchentlich, immer freitags, die einzelnen Komponenten erläutern, aus denen ein erfolgreiches Corporate-Blog zusammengesetzt werden kann. Am 26.06. lautet das Thema: „Persönlichkeit im Corporate-Blog“

Bitte ausloggen

Warum sollte ich mich immer ausloggen? Könnte ich nicht einfach das Fenster schließen oder eine neue Seite aufrufen? Ohne mein Passwort kann niemand meinen Browser starten. Es sieht also so aus, als könnte niemand den Zustand missbrauchen, dass ich bei meiner Bank den Logout Button nicht verwendet habe. Natürlich sieht die Realität anders aus.
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Soziale Netzwerke vereinbaren Verhaltenskodex

Es ist schon gut einen Monat her, da vermeldeten die Plattformen StudiVZ sowie SchülerVZ, Lokalisten und wer-kennt-wen.de eine gemeinsame Selbstverpflichtungserklärung für mehr Jugend-, Daten- und Verbraucherschutz.
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Netzwerkbildung in Unternehmen

Warum ein einfacher Angestellter wichtiger sein kann als der Vorstandsvorsitzende.
Peter Kruse ist Professor für Allgemeine und Organisationspsychologie, beschäftigt sich als Wissenschaftler mit der Erforschung von Komplexitätsverarbeitung in intelligenten Netzwerken und berät Unternehmen bei der Anwendung von Selbstorganisationskonzepten im unternehmerischen Umfeld.
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Web 2.0 in zwei Minuten

Das Schlagwort “Web 2.0” kennzeichnet die Erweiterung des klassischen “nur lesbaren” Internets hin zu einem “les- und schreibbaren” Internet, in das der Nutzer auf vielfältige Art Inhalte einbringen kann (“User generated Content”). Der Begriff wurde 2004 geprägt und steht, anders als die Nummerierung vermuten lässt, nicht für eine neue Technologie sondern für ein veränderte Wahrnehmung und Nutzung des Internets. Populäre Beispiele von Web 2.0 Anwendungen sind etwa die Online-Enzyklopädie Wikipaedia, Soziale Netzwerke wie facebook, Xing oder StudiVZ sowie das Videoportal Youtube.

Eng verwandt mit dem Begriff “Web 2.0” ist die Bezeichnung “Social-Software” , sie steht für die einzelnen Software-Komponenten, aus denen das Web 2.0 aufgebaut ist. So basiert zum Beispiel die Online Enzyklopädie Wikipaedia auf einer “Wiki-Software” die auch in zahllosen anderen “Wikis” Verwendung findet. Das Grundprinzip von Social-Software besteht in der Schaffung einer leicht bedienbaren Anwendung, die den Austausch oder die gemeinschaftliche Erstellung von Text-, Foto- oder Videoinhalten ermöglicht.

Ein weitere Facette des Web 2.0 sind Webseiten deren Inhalte miteinander kombiniert werden, sogenannte “Mashups”. Ein sehr einfaches Beispiel einer Kombination stellt das Einbinden einer Landkarte aus Google Maps in eine Firmen-Website dar.  Eine komplexere Mashup-Anwendung bietet beispielsweise die Internet-Community “MySpace”. Dort präsentieren sich die einzelnen Mitglieder mit einer collage-artigen Zusammenstellung eigener Texte ergänzt mit Videos von Youtube und Fotos von flickr oder anderen Internet-Quellen.

Im Bereich kommerzieller Web 2.0 Anwendungen hat der amerikanische Reseller Amazon bereits vor Jahren neue Maßstäbe gesetzt. Durch die Integration kostenlos vom Kunden erstellter Buchrezensionen (“User generated Content”) erschafft Amazon einen Mehrwert durch Beratungsleistung selbst für Nischenprodukte. Andere Firmen nutzen Web 2.0 Anwendungen im Bereich des Kundenservices (Support-Foren, Kunden-Foren) und in der Außendarstellung (Produkt-Blog, Kampagnen-Blog).

Der Einsatz von Web 2.0 Anwendungen (Social-Software) ist nicht auf die Nutzung im Internet beschränkt. Auch in lokalen Unternehmens-Netzwerken, den Intranets, dient Social-Software der internen Kommunikation sowie der gemeinschaftlichen Erstellung und Sammlung von Firmen Knowhow. Die Nutzung von Social-Software innerhalb des Unternehmens bildet die Basis eines enterprise 2.0