In den letzen Monaten haben Unternehmen bei uns verstärkt Bloginstallationen und Möglichkeiten zur Kommentierung eigener Artikel auf Webseiten nachgefragt. Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung sind Kommunikations- und Unternehmensberatungen, die ihren Kunden die Einführung von Corporate-Blogs empfehlen.
Zitat aus dem Empfehlungsschreiben für einen Krankenhausbetreiber:
„Durch einen Blog auf der Internetseite, in dem regelmäßig über aktuelle Geschehnisse in Ihrem Haus berichtet wird, ermöglicht man es Besuchern einen Einblick in Ihren Klinikalltag zu erhalten“
Und weiter:
„Ein derartiger Blog kann als Öffnung des Hauses gegenüber Patienten und Einweiser gesehen werden…“
Das Zitat bringt die wesentlichen Charakteristika eins Corporate-Blog auf den Punkt: Regelmäßigkeit und Öffnung. Regelmäßig erscheinende Beiträge sind eine Voraussetzung für ein funktionierendes Blog. Die Öffnung wird durch die Möglichkeit erreicht, die einzelnen Beiträge des Blogs zu kommentieren. Hier kann ein äußerst wertvoller Rückkanal vom Kunden zum Unternehmen entstehen. Allerdings: Blogs sind ein ganzes Stück Arbeit!
Ohne ein ausgefeiltes Kommunikations-Konzept, eine saubere Ressourcenplanung und eine klare Strategie wird ein Blog dem Unternehmen mehr Schaden als Gewinn einfahren. Blogs sind vor allem das nicht: Ein weiterer Marketing-Kanal über den man ungestraft leicht getarnte Werbebotschaften absetzen kann.
Im Falle des Krankenhausbetreibers könnte etwa Folgendes passieren: Die Presseabteilung widmet sich im ersten Blogbeitrag einem scheinbar unverfänglichen Thema. Sie verfasst einen Bericht über den neuen, ganz nach Feng-Shui-Richtlinien gestalteten Wartebereich für Patienten.
In den Kommentaren könnte dann folgendes zu lesen sein: „Toller Wartebereich, aber ich musste gestern drei Stunden in der Notaufnahme Ihrer Klinik warten!“ oder „Meine Tante ist bei einer CT-Untersuchung über ein Kabel schwer gestürzt! Kümmern Sie sich besser darum.“
Was ist passiert? Ganz einfach, die „Wucht“ der Offenheit wurde unterschätzt. Vielleicht war der Kundendialog des Krankenhausbetreibers bisher restriktiv und nun wurde das Blog zum Ventil? Wie geht man mit solcher Kritik um? Wann sollten Kommentare freigeschaltet werden und wann ist es besser die Notbremse zu ziehen? Passt ein Blog überhaupt in den Kontext der externen Unternehmenskommunikation?
In dieser Blogsequenz werde ich wöchentlich, immer freitags, die einzelnen Komponenten erläutern, aus denen ein erfolgreiches Corporate-Blog zusammengesetzt werden kann. Am 26.06. lautet das Thema: „Persönlichkeit im Corporate-Blog“